Sparsamer beim Heizen

 

 

Heizung und Warmwasser:

   Energiespartipps - Sparsam heizen

Neben der Höhe des Wärmebedarfs bestimmt die Heizungsanlage maßgeblich die Umweltbilanz eines Hauses. Hoher Nutzungsgrad und geringe Schadstofffreisetzung sind entscheidende Faktoren für umweltfreundliches Heizen. Sowohl bei der Raumheizung wie bei der Warmwasserbereitung hat sich in den vergangenen Jahren Grundlegendes getan. So ist der Brennstoffverbrauch durch die Entwicklung neuer Heiztechniken erheblich verringert worden. Moderne Heizkessel arbeiten zudem wesentlich sauberer, was zu einer seit Jahren sinkenden Menge gesundheitsgefährdender Stoffe geführt hat. Die Energiesparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) sowie steigende Energiepreise werden die Nachfrage nach modernen Heizungsanlagen weiter steigern.

 

 

Sofortmaßnahmen, um Energie zu sparen und die Heizungsanlage effizienter zu betreiben:

 

  • Räumen Sie die Heizkörper und Thermostatventile von Verkleidungen und Möbeln frei, damit die Luft im Raum zirkulieren kann.  

 

  • Dämmen Sie die Verteilleitungen in unbeheizten Räumen, damit die erzeugte Heizwärme auch in den Wohnräumen ankommt.  

 

  • Neue Heizkörperthermostate (ab 15 Euro) regeln die Raumtemperatur genauer. Programmierbare Heizkörperthermostate senken automatisch die Raumtemperatur ab.

 

  • Die Heizungsumwälzpumpe ist oft der größte Stromverbraucher im Haus! Stellen Sie sie auf eine niedrigere Stufe ein oder tauschen Sie sie gegen eine Hocheffizienz-Pumpe aus (ab 200 Euro plus Installation). Das rechnet sich binnen weniger Jahre.  

 

  • Lassen Sie eine Heizungsoptimierung vornehmen: Ein Installateur stellt die Wärmeverteilung so ein, dass die Heizkörper gleichmäßig mit Heizwasser versorgt werden. Er passt die Pumpenleistung an oder tauscht die Pumpe und stellt die Regelung ein. Der Heizkessel arbeitet im Ergebnis etwa 10 Prozent sparsamer, die Pumpe braucht weniger Strom. Kosten: etwa 5 bis 7 Euro pro m² Wohnfläche.

 

Klimaschutz_Energieberatung_Heizung einstellen 

 

 

 

 

Lüftung:

  Klimaschutz_Energieberatung_Hygrometer 

Grundvoraussetzung für eine Wohnung oder ein Haus ohne Schimmel ist eine Errichtung bzw. Modernisierung des Gebäudes nach dem Stand der Technik. Auch die Gebäudenutzer müssen durch richtiges Lüften und Heizen dazu beitragen, die Feuchtigkeit im Gebäude zu begrenzen. Die relative Feuchte der Luft im Gebäude soll dauerhaft einen Wert von im Mittel ca. 60 bis 65 Prozent nicht überschreiten. Im Sommer können auch kurzzeitig 60 bis 70 Prozent Raumluftfeuchte „normal“ sein (bei sehr schwülem Wetter teilweise sogar mehr). Die Raumluftfeuchtigkeit ist mit einem Hygrometer einfach zu messen. 

 

 

Hinweis:

 

In einem Drei-Personen Haushalt werden durch die Wasserdampfabgabe der Personen (30 bis 100g/h je Person) durch Duschen, Waschen, Wäschetrocknen, Kochen sowie durch Pflanzen, Aquarien und andere Feuchtigkeitsquellen täglich etwa 6 - 14 kg Wasser freigesetzt. Um 10 kg Wasser aus Innenräumen abzuführen, müssen ca. 3.000 kg Luft bewegt werden. Dies bedeutet, dass der Luftinhalt der Innenräume im Mittel etwa sieben Mal täglich ausgetauscht werden muss, um die unerwünschte Feuchtigkeit abzutransportieren.

 

 

Regeln Sie die Heizkörperthermostate auf eine für Sie behagliche Raumtemperatur ein und belassen Sie diese Stellung möglichst. Beim Lüften sollten die Thermostate gedrosselt und anschließend auf die ursprüngliche Stellung zurückgestellt werden.

 

 

 

 

 

Tipps für ein sachgerechtes Lüften:

 

Klimaschutz_Energieberatung_Fenster öffnen

   

  • Es sollte mehrmals täglich vorzugsweise eine kurze Stoßlüftung durch weites Öffnen der Fenster für ca. 5 - 10 Minuten durchgeführt werden. Im Sommer kann es aufgrund der etwa gleich hohen Lufttemperaturen innen und außen bis zu 30 Minuten dauern, bis der gewünschte Luftaustausch erfolgt. Querlüftung (Durchzugsluft) hilft, die Zeitspanne zu verkürzen. Spaltlüftung mit gekippten Fenstern bringt dagegen wenig, der Luftaustausch dauert sehr lange. Vor allem im Winter kommt es zu Energieverlusten.

 

  • Badezimmertüren sollten vor und nach dem Duschen geschlossen bleiben, damit die Feuchtigkeit nicht in die anderen Räume eindringen kann. Anschließend muss gründlich gelüftet werden.

  

  • In der Küche kann ein Dunstabzug mit Abführung der Abluft ins Freie Feuchtigkeit aus dem Raum entfernen.

 

  • Weniger beheizte Räume (z. B. Schlafzimmer) sollten nicht durch warme Luft aus anderen Räumen am Abend aufgewärmt werden. An den kalten Außenwänden kann es sonst zu Tauwasserbildung kommen. Wegen der vermehrten Feuchtigkeitsabgabe beim Schlafen sollten Schlafzimmer morgens ausreichend gelüftet werden.

 

  • Kühle Räume (z. B. Keller) sollten im Sommer (Außentemperatur deutlich höher als die Innentemperatur) vorzugsweise in den Morgen- und Abendstunden und nicht am Tag gelüftet werden.

     

  • Räume, die längere Zeit nicht benutzt und beheizt wurden, müssen bei erneuter Nutzung vermehrt gelüftet werden, da sich sonst an kalten Wänden Tauwasser bilden kann.

 

Durch moderne Lüftungsanlagen, die sowohl für den Neubau als auch für den zu modernisierenden Bestand zu empfehlen sind, wird das Lüften einfacher und komfortabler und Sie können mit optimierten Anlagen auch noch Heizenergie einsparen. In Altbauten erfordert in den meisten Fällen der nachträgliche Einbau solcher Lüftungsanlagen größeren bautechnischen und finanziellen Aufwand. Eventuell kann hier der Einbau dezentraler Lüftungseinrichtungen (bedarfsregulierte Lüftungsklappen in Fensterflügeln etc.) von Vorteil sein.

 

 

 

 

Optimierung für Ihr Wohnklima

 

 

  • Zimmerpflanzen: 

Besonders in kühlen Zimmern ist es besser, Pflanzen aufzustellen, die wenig Gießwasser benötigen. Die kalte Luft nimmt die von den Pflanzen abgegebene Feuchtigkeit nur geringfügig auf – und kritische Feuchte kann entstehen. Weniger ist in diesem Fall mehr!

 

  • Offene Feuerstätten:  

Kachelöfen, Kamine und Heizkessel entziehen dem Raum die für die Verbrennung nötige Luft. In dichten Gebäuden (z. B. Neubau) kann das zu Problemen führen, da bei unvollständiger Verbrennung Kohlenmonoxid entsteht. Wenn Sie offene Feuerstätten nutzen und eine Lüftungsanlage besitzen, sollten Sie sich an Ihren Schornsteinfeger wenden. Dieser informiert Sie über Lösungsvorschläge.

 

  • Vorhänge und Co.: 

Wenn Vorhänge einen Abstand von einer Handbreite zu Wand und Fußboden haben, kann die Luft frei zirkulieren. Darüber hinaus sorgen Belüftungsschlitze in der Wandverkleidung für die notwendige Hinterlüftung. 

 

  • Einrichten:

Wenn in einer kühlen Außenecke ein Schrank steht, sinkt die Wandtemperatur umso stärker, je näher dieser an der Wand steht. Dadurch kann kritische Feuchte entstehen. Am besten ist es, keine großen Schränke oder Betten mit geschlossenen Bettkästen in Außenecken zu platzieren. Den richtigen Standort haben Ihre Möbel bei einem Abstand von 5 - 10 Zentimetern zur Wand. Mit Lüftungsgittern bzw. Schlitzen in Möbelsockeln und Wandleisten sorgen Sie für zusätzliche Hinterlüftung.

 

 

Sie haben alle Tipps zum richtigen Lüften und Heizen beachtet und trotzdem sind Schimmelpilz oder Feuchteschäden sichtbar? Dies kann auf Baumängel hindeuten. Die Folgen eines undichten Daches, einer schadhaften Feuchtesperre oder einer ausgeprägten „Wärmebrücke“ können Sie nicht „weglüften“. Kontaktieren Sie Ihren Vermieter bzw. einen Bausachverständigen, damit die Ursachen umgehend beseitigt werden können.

 

  

 

 

 

Heizkosten senken durch energetische Gebäude-Sanierung

 

Der Begriff „energetische Sanierung” umfasst Maßnahmen, die den Wärmeschutz und/oder die Wärmeverteilung eines Gebäudes optimieren und dazu beitragen, Energie einzusparen. Dazu zählen beispielsweise Dämmungen von Außenwänden, Dach und Kellerdecke sowie die Erneuerung und Optimierung der Heizungsanlage.

 

Vor Beginn einer energetischen Sanierung sollten Sie in jedem Fall einen Energieberater einbeziehen, um für Ihr Gebäude das optimale Maßnahmenbündel zu finden.

 

Energetische Sanierungen haben Energieeinsparungen zur Folge und schützen die Umwelt. Da das ein Gewinn für die Allgemeinheit ist, fördert die Bundesregierung solche Maßnahmen auf vielfältige Weise:

 

Siehe hierzu http://klimaschutz-dachau.de/Foerder-moeglichkeiten/KfW.aspx ​und​ http://klimaschutz-dachau.de/Foerder-moeglichkeiten/BAFA.aspx.

 

 

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